Zum Inhalt springen

Eröffnung Ausstellung “Plastik*en”

    01.07.2022 von 17:00 – 22:00 Uhr

    Martine Saerens / Astrid Young

    Gedanken zur Ausstellung plastik*en

    .

    Die Bedrohung der Weltmeere durch Einwegplastik wirft einen finsteren Schatten auf die positiven Eigenschaften des genial-universellen Materials Kunststoff . Während Plastiksäcke wie Ouallenschwärme von Küste zu Küste treiben, sitzen wir auf Kunststoff-Stühlen, fahren mit Gummireifen, trinken aus Plastikflaschen und laufen in Turnschuhen, hergestellt aus artifiziellen Fasern. Ohne Kunststoff wäre uns die magische Welt der Fotos und Kinofilme verborgen geblieben. Wir müssten ohne Handys auskommen und hät­ ten keine Nylonstrümpfe, Herzschrittmacher, Kreditkarten, Zahnprothesen, usw. Ein Leben ohne Plastik können sich nicht einmal die Amisch oder Shaker vorstellen . Auch die künstlerischen Arbeiten dieser Ausstellung leben zur Hälfte von diesem wenig geliebten Material, dem wir auf unsere Weise Dankbarkeit ausdrücken wollen. Wir haben versucht, ihm Leben einzuhauchen, haben ihm dann wieder das Fell über die Ohren gezogen und es als Trophäe an die Wand gehängt. Denn tatsächlich sehen wir Plastik als Opfer der Verallgemeinerung und Achtlosigkeit im Umgang mit dem­ selben. Das Porzellan als Ergänzung soll die Fragilität der Beziehung Mensch-Plastik unterstreichen . Nachdem Kunst­stoffe durchschnittlich eine Haltbarkeit von 450 Jahren ha­ben, wäre es wahrscheinlich empfehlenswert, sich besser miteinander zu arrangieren.